Kicker-Kolumne von Fredi Bobic (18.08.2008)
Der Gewinner des 1. Spieltags: HSV
Das war ein Start in die Bundesliga, der gleich Spaß gemacht hat. Interessante Spiele, tolle Tore, die Bundesliga rollt wieder. Für das erste Ausrufezeichen hat Hoffenheim gesorgt.
Als Aufsteiger gleich in Cottbus zu gewinnen - Respekt, das schafft nicht jeder. Ganz toll, wie in Hoffenheim Fußball gespielt wird, offensiv, kombinationssicher; die Handschrift von Trainer Ralf Rangnick ist klar sichtbar. Und mit Obasi fehlt ja auch noch der beste Stürmer. Allerdings sind Superlative nach dem ersten Spieltag nicht angebracht. Hoffenheim wird in der Saison noch Rückschläge einstecken müssen, auch wenn die Mannschaft auf Dauer sicherlich eine gute Rolle spielen dürfte.
Offensiven Fußball, den Hoffenheim praktiziert, wollte eigentlich auch der FC Bayern zeigen, doch es überrascht mich nicht, dass er sich schwertut. Mir war klar, dass der Start holprig wird. Demichelis, Ribery, Toni - das ist schon eine Achse mit Qualität, die nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Das braucht sicherlich noch ein paar Wochen, aber die Bayern besitzen den besten Kader in der Bundesliga und werden sich letztlich auch durchsetzen. Trotzdem, wenn man 2:0 führt, muss man eigentlich ein Spiel gewinnen. Und so nahm der Hamburger SV einen Punkt mit.
Für mich sind die Hamburger eh der große Gewinner des Wochenendes. Zunächst der Punkt in München, dann der Transfer von Petric, der zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlich ist. Ich persönlich finde, dass der HSV beim Tausch Petric gegen Zidan besser wegkommt. Der Kroate ist ein kompletter Spieler, zudem trifft er mit Ivica Olic auf einen Stürmer, den er von der Nationalmannschaft her kennt. Für Zidan macht der Wechsel durchaus einen Sinn. Er trifft mit Jürgen Klopp auf einen Trainer, den er aus gemeinsamen Mainzer Tagen kennt. Das passt. Zidan ist jedoch eher ein klassischer Stürmer und damit ein anderer Spielertyp als Petric. Nichtsdestotrotz, der Start mit dem Auswärtssieg in Leverkusen war natürlich hervorragend für den BVB. Genauso wie das 3:0 der Schalker. Das gibt der Mannschaft ein wenig Selbstvertrauen für das Rückspiel bei Atletico Madrid am 27. August.
