Vermögensberater 3/09
Aus dem Nichts an die Spitze
Oben einsteigen kann jeder, findet Fredi Bobic. Der Ex-Torjäger steht auf spannendere Herausforderungen: er will es bei einem bulgarischen Erstligisten noch mal wissen.„Mein Lebensmotto lautet: ‚Mut zum Risiko’“, sagt Fredi Bobic. Dass er bereit ist, für seinen Erfolg ungewohnte Wege zu gehen, hat der frühere Profifußballer gerade wieder bewiesen. Nach über zehn Jahren als Torjäger in der Bundesliga übernahm der Europameister von 1996 im März dieses Jahres den Posten des Managers beim bulgarischen Erstligisten Tschernomorez 919 Burgas. Gemeinsam mit seinem früheren Stuttgarter Teamkollegen und heutigem Burgas-Trainer Krassimir Balakov will Bobic den Verein vom Mittelfeld an die Spitze der bulgarischen Liga führen. Es gehöre Mut dazu, bei einem noch unbekannten, kleinen Verein die Verantwortung zu übernehmen, bekennt der 37-jährige. Dennoch liebt er gerade solche Herausforderungen: „Oben einsteigen und Erfolg haben, das kann jeder. Wir wollen hier etwas aufbauen und auf unserem eigenen Weg nach oben.“
Bobic sieht sich auch in seiner neuen Funktion als Führungsspieler. In Maribor geboren, ging er mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Baden-Württemberg auf. Das Besondere an Bobics Charakter: Er vereint „deutsche Tugenden“ mit „slowenischem Heißblut“. Seinen Ehrgeiz, sein Temperament und die Leidenschaft für den Fußball hat der frühere deutsche Nationalspieler auch an seine beiden Töchter Celine und Tyra vererbt. Ihnen kann er inzwischen allerdings nicht mehr so häufig wie früher beim Dribbeln und Flanken zuschauen.
Doch der Lebensmittelpunkt der Familie Bobic bleibt weiterhin Deutschland. Schließlich arbeitet der Fußballexperte ja auch noch als Kommentator beim DSF und beim Internetradiosender „90elf“. „Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in unserer Wahlheimatstadt Berlin. Mir gefällt die Weltoffenheit und das Großstadtgefühl dieser pulsierenden Metropole“, so der ehemalige Stürmerstar. Außerdem genießt Bobic hier die geselligen Stunden in seiner selbst entworfenen Villa im Grunewald. Dort versammelt sich die Familie gern bei schwäbischen Köstlichkeiten um den Esstisch. Dass er nun regelmäßig zwischen Berlin und seiner 2.000 Kilometer entfernten Arbeitstätte am Schwarzen Meer hin- und herfliegt, sieht der Extrem-Berufspendler relativ gelassen: „Mit guter Planung und viel Verständnis seitens der Familie wird das klappen.“
Schwäbische Besonnenheit in Finanzfragen
Ebenso gewissenhaft, wie er Beruf und Privatleben ausbalanciert, geht der Fußballmanager auch bei der Finanzplanung vor. „Die Analysen meines Vermögensberaters sind mir sehr wichtig, und ich nehme mir dafür immer genug Zeit.“ Bei diesem Thema erlaubt sich Fredi Bobic allerdings weniger Mut zum Risiko als in anderen Lebensbereichen. „In finanziellen Dingen ist mir Sicherheit sehr wichtig. Deshalb habe ich das meiste Geld grundsolide angelegt und nur einen kleinen Teil spekulativ investiert.“ Hier zähmt also ausnahmsweise schwäbische Besonnenheit das slowenische Temperament.
