
NP-Kolumne von Fredi Bobic (10.11.08)
Ab jetzt bitte auch mit Hanke!
Das 1:2 in Köln war wirklich eine ärgerliche Niederlage. 96 hat sich nach hohem Aufwand um den Lohn der Arbeit gebracht. Man muss auch mal die Punkte vergolden, die man zu Hause holt.
Bei den Gegentoren hat die 96-Abwehr nicht richtig aufgepasst. Torwart Florian Fromlowitz kann da nichts machen, hat bei einigen Standardsituationen aber etwas gewackelt. Er wirkte nicht ganz so sicher.
Beim 3:0 gegen Hamburg und in Köln hat 96 mit sehr viel Leidenschaft gespielt. Diese Entwicklung sollte weitergehen. 96 muss jetzt auch die Gegner spielerisch dominieren, die von der Qualität her nicht so stark besetzt sind.
Man kann nun ruhig mal mutiger sein und zwei Stürmer bringen. Was soll denn am Freitag gegen Bochum schon passieren? Die kommen ja nicht mit drei Stürmern, sondern werden auf Sicherheit spielen.
Die Bälle müssen in den gegnerischen Strafraum fliegen. Da muss man vorne auch mehr Präsenz zeigen. Ich hätte auch die Einwechslung von Mike Hanke in Köln viel früher erwartet. Ich mag Mikael Forssell als Spieler, aber er wirkte mir doch ein wenig müde und ausgebrannt, nicht spritzig genug, obwohl er das Tor vorbereitet hat. Auf der Bank hast Du einen gehabt, der brennt auf seinen Einsatz. Generell kann 96 froh sein, zwei Stürmer zu haben, die immer treffen können.
Die Reaktion von Jiri Stajner und die rote Karte in der 89. Minute will ich nicht entschuldigen. Aber das ist vielen schon passiert, auch mir. Stajner wurde einige Male hart angegangen, auch mit dem Ellbogen. Das nervt natürlich total. Da gewinnen die Emotionen Überhand über die Vernunft. Für die kommenden Wochen ist das bitter für die Mannschaft und bitter für Stajner, der sich normalerweise im Griff hat.
Insgesamt hat die Mannschaft nach dem 1:2-Rückstand richtig reagiert. Auch Jan Schlaudraff hat noch etwas versucht. Aber Pierre Wome verhindert seine große Chance mit der Hand, da muss man Elfmeter geben. Egal, ob das Absicht war oder nicht.
96 hat bisher erst zwei Auswärtstore erzielt, das sagt eigentlich alles.Tore zu machen, das ist der entscheidende Faktor. Das Umschalten klappt zwar schon besser, fast perfekt. Aber es fehlte auch in Köln der Zug zum Tor.
Darin liegt der Schlüssel.
Die Mannschaft droht in der Tabelle den Anschluss zum Mittelfeld zu verlieren. Um den wieder herzustellen, muss 96 die kommenden schweren Spiele gewinnen. Da darf man nicht abwartend spielen.
Die Mannschaft hat eine höhere Qualität als Gegner wie Bochum, Karlsruhe oder Bielefeld, aber von dieser Qualität muss man auch etwas sehen können.
