NP-Kolumne von Fredi Bobic (03.11.2008)
Mehr von diesem Schlaudraff!
Das Verrückte an dieser Liga lässt sich ja am bestem am Beispiel Bremen ablesen: 5:4 gegen Hoffenheim, 1:4 in Stuttgart, 3:3 gegen Dortmund und jetzt 5:1 gegen Hertha – Konstanz sieht anders auch. Auch das 3:0 von 96 gegen den HSV war so nicht zu erwarten. Aber man sieht, was Leidenschaft, die ich nach dem 0:3 bei Hertha von Heckings Team gefordert hatte, ausmachen kann.
Okay, das geschenkte 1:0 hilft 96 natürlich ins Spiel. Sorry, Frank Rost: Den hält man normalerweise mit der Kappe. Für den jungen Bastian Schulz freut mich das Tor natürlich. Was wichtig war: 96 ist danach drangeblieben, hat den HSV mit Biss bearbeitet. So kannst du einen personell besser besetzen Gegner schlagen. Nach dem Ausfall aller vier Innenverteidiger hat Dieter Hecking richtigerweise mit Hanno Balitsch und Christian Schulz auf zwei erfahrene Spieler gesetzt. Die haben ihren Job, obwohl sie am liebsten im Mittelfeld spielen, richtig gut gemacht.
Das 2:0 von 96 war dann super herausgespielt. Für solche Tore haben sie Jan Schlaudraff geholt. Das wollen wir öfter von ihm sehen. Er darf jetzt nicht wieder fünf Wochen warten, von einem Spieler seiner Qualität verlange ich konstant gute Leistungen.
Entscheidend war auch, Jiri Stajner wieder zu bringen. Er ist immer für verrückte Sachen gut und macht ja auch das dritte Tor.
Dieser Sieg gegen den HSV kam gerade noch rechtzeitig. Wichtig ist jetzt, den Rückenwind mit in die nächsten Spiele zu nehmen. Von den Abstiegsplätzen hat sich 96 ein bisschen entfernt, aber nach vorne ist in der Tabelle schon ein Loch entstanden. Mit einem Sieg am Freitag gegen Köln kannst du dieses Loch ein wenig verkleinern.
In Köln und dann gegen Bochum musst du punkten. Und gerade in diesen Spielen wird sich zeigen, ob sich 96 weiterentwickelt. Diese Gegner musst du bespielen – und dann stellt sich auch wieder die Frage, ob das Ein-Spitzen-System dafür das richtige ist.
Es freut mich, dass sich Florian Fromlowitz nach seinem bitteren Einstand gegen Hoffenheim stabilisiert hat. Es ist gut für 96, dass da kein Problem entstanden ist, das die Mannschaft nicht gebrauchen kann. Wie so ein Problem aussieht, kann man gerade in Gladbach beobachten – da würfeln sie offenbar vorher, wer ins Tor geht.
